Taunussteiner Energiewende

AKTE - ArbeitsKreis Taunussteiner Energiewende

Tscher­no­byl mahnt Umkehr in der Ener­gie­po­li­tik an – Tau­nus­stei­ner Mahn­wa­che am Gedenk­tag der Nukle­ar-Kata­stro­phe vor 29 Jah­ren

Taunussteiner Mahnwache am Gedenktag der Tschernobyl Nuklear-Katastrophe vor 29 JahrenAm ver­gan­ge­nen Sonn­tag folg­ten etwa 20 Men­schen dem Auf­ruf des Arbeits­Krei­ses Tau­nus­stei­ner Ener­gie­wen­de und gedach­ten mit einer Mahn­wa­che auf dem Peter Niko­laus Platz in Tau­nus­stein der nuklea­ren Hava­rie im Atom­kraft­werk Tscher­no­byl vor 29 Jah­ren.

Nun schon fast 30 Jah­re nach der Kata­stro­phe mit vie­len Toten und Lang­zeit­ge­schä­dig­ten zei­ge sich immer wie­der, daß die Atom­tech­nik nicht sicher beherrscht wer­den kön­ne, führ­te Jens Garl­eff, einer der Initia­to­ren der AKTE an.

In der Öffent­lich­keit sei inzwi­schen das Bewusst­sein dar­an zurück gegan­gen, dass vie­ler­orts wei­ter­hin amt­li­che Grenz­wer­te radio­ak­ti­ver Belas­tung, zum Bei­spiel von Wild­schwein-Fleisch, zum Teil um ein Viel­fa­ches über­schrit­ten wür­den und des­halb vom regel­mä­ßi­gen Ver­zehr von Wild­bret und Wald­pil­zen abge­ra­ten wer­de.

Taunussteiner Mahnwache am Gedenktag der Tschernobyl Nuklear-Katastrophe vor 29 Jahren

musi­ka­li­sche Beglei­tung durch die Grup­pe Stroh­feu­er Express“ aus Mainz

Die Fol­gen der­ar­ti­ger Unfäl­le müss­ten wir aber nach mensch­li­chem Mass ewig” ertra­gen, denn unter ande­ren Cäsi­um 137, wel­ches als einer der Haupt­be­stand­tei­le des radio­ak­ti­ven Fall­outs nach der Tscher­no­byl-Kata­stro­phe in gros­se Tei­len Euro­pas, auch in Hes­sen, nie­der­ge­gan­gen sei, wür­de noch eini­ge hun­dert Jah­re unse­re Lebens­mit­tel belas­ten.

Ande­re Red­ner erin­ner­ten an die unmit­tel­ba­ren, heu­te direkt sicht­ba­ren Fol­gen der Kata­stro­phe, an die Hilf­lo­sig­keit der damals Ver­ant­wort­li­chen in Deutsch­land und auch dar­an, dass die siche­re Ent­sor­gung der radio­ak­ti­ven Abfäl­le unse­re kom­men­den Genera­tio­nen wei­ter vor immense Her­aus­for­de­run­gen stel­len wer­de.

So sei­en End­la­ger, die den Atom­müll sicher für die gebo­te­nen Zeit­räu­me von Tau­sen­den von Jah­ren von der Bio­sphä­re aus­schlies­sen könn­ten, nicht in Sicht und eben­so dür­fe der Rück­bau der bestehen­den Atom­kraft­wer­ke die Betrei­ber finan­zi­ell weit über­for­dern. Vor­han­de­ne Rück­stel­lun­gen von ca. 36 Mrd. Euro stün­den heu­te geschätz­te Kos­ten in Höhe von min­des­tens 70 Mrd. Euro gegen­über. Geld, wel­ches wir und unse­re nach­fol­gen­den Genera­tio­nen auf­brin­gen müss­ten, so Garl­eff.

Gleich­zei­tig ver­bie­te sich der Ersatz der Kern­kraft durch fos­si­le Ener­gie­trä­ger ange­sichts des inzwi­schen zwei­fels­frei sicht­ba­ren Kli­ma­wan­dels mit sei­nen gra­vie­ren­den Aus­wir­kun­gen. Erneu­er­ba­re Ener­gi­en müss­ten des­halb unab­ding­bar in ent­spre­chen­den Kon­zep­ten ein­ge­bun­den und deren Gewin­nung umge­setzt wer­den. Mit den Beschlüs­sen zum Aus­stieg aus der Kern­ener­gie nach den Ereig­nis­sen in Fuku­shi­ma habe sich ein brei­ter Kon­sens in Deutsch­land ent­wi­ckelt, der aktu­ell in Gefahr gerie­te.

Wind­kraft stel­le heu­te und auf abseh­ba­re Zeit die­je­ni­ge rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­quel­le dar, die vor Ort zu gerings­ten Kos­ten mit höchs­ter Flä­chen­ef­fi­zi­enz genutzt wer­den kön­ne und die, regio­nal sinn­voll genutzt, dafür Sor­ge trü­ge, Ener­gie auf Dau­er bezahl­bar zu hal­ten.

Vor die­sem Hin­ter­grund sei die ableh­nen­de Hal­tung eines Teils der Tau­nus­stei­ner Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung gegen­über der Wind­kraft­nut­zung in und um Tau­nus­stein unver­ständ­lich, denn bis­her setz­ten sich nur die Grü­nen und die SPD deut­lich für eine Nut­zung der Wind­ener­gie auch in Tau­nus­stein ein.

Taunussteiner Mahnwache am Gedenktag der Tschernobyl Nuklear-Katastrophe vor 29 JahrenDie Teil­neh­mer der Mahn­wa­che sei­en dar­über bestürzt, und for­dern ein Umden­ken der poli­ti­schen Kräf­te. Dabei fra­gen sie sich, was denn noch gesche­hen müs­se, um den ver­ant­wort­lich Han­deln­den zu einer rea­lis­ti­schen Ein­schät­zung der Erfor­der­nis­se zu ver­hel­fen. Alle sei­en sich einig, dass dafür wei­ter­hin ein lan­ger Atem gezeigt wer­den müs­se.

Mit musi­ka­li­scher Beglei­tung durch die Grup­pe Stroh­feu­er Express“ aus Mainz mach­ten sich die Teil­neh­mer der Mahn­wa­che Mut, sich wei­ter­hin für eine Umkehr in der Ener­gie­po­li­tik ein­zu­set­zen.

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