Taunussteiner Energiewende

AKTE - ArbeitsKreis Taunussteiner Energiewende

22. Juli 2022
von AKTE
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Arbeits­kreis Tau­nus­stei­ner Ener­gie­wen­de plant Par­al­lel­ver­an­stal­tung zur Weltklimakonferenz

Etwas mehr als 3300 Kilometer liegen zwischen Taunusstein und der ägyptischen Stadt Scharm El-Scheich, wo vom 6. bis 18. November die diesjährige UN-Klimakonferenz stattfindet. Doch das Thema Klimaschutz sei zu wichtig, als dass es nur weit weg besprochen wird, findet der Arbeitskreis Taunussteiner Energiewende (Akte) und hat deshalb beschlossen, ein bisschen Klimakonferenz nach Taunusstein zu holen. Für den November plant sie für die rund zwei Wochen, die die Klimakonferenz dauert, eine Parallelveranstaltung in Taunusstein und seinen Stadtteilen. Dabei gehe es darum, die Themen, die in Ägypten auf weltpolitischer Bühne besprochen werden, auf Taunusstein herunterzubrechen und im Alltag mit Leben zu füllen, berichtet Akte-Mitglied Reiner Theis. „So wollen wir globale und lokale, spezifische Themen zusammenführen.“
Mit dem Fahrrad von Stadtteil zu Stadtteil
Geplant ist, dass Mitglieder mit dem Fahrrad von Stadtteil zu Stadtteil fahren, dort jeweils für einen Tag ihre Zelte aufschlagen und mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Am Vormittag wollen die Akte-Mitglieder hierfür einen Stand mit Büchertisch aufbauen und zu verschiedenen Aspekten der Energiewende informieren. Für den Nachmittag sind dann jeweils Besuche bei Privatpersonen und Unternehmen sowie kleinere Exkursionen vorgesehen. „Wenn es im Ort jemanden gibt, der schon etwas gemacht hat für seine private Energiewende, dann wollen wir uns das zusammen angucken“, sagt Theis. Beispielsweise ist ein Besuch bei einem Bestattungsunternehmen geplant, das daran arbeitet, den Stromverbrauch mit erneuerbaren Energien zu decken. In anderen Stadtteilen geht es eher um Aktionen, die auf den Kampf gegen das CO2, das bereits in der Luft ist, abzielen: Hier sollen während der Klimakonferenz gemeinsame Baumpflanzaktionen stattfinden. Und auf der Hohen Wurzel soll bei einer Exkursion erklärt werden, was der Klimawandel für den heimischen Wald bedeutet.
Einige Programmpunkte gebe es schon, erklären Theis und sein Mitstreiter Peter Wolf. Trotzdem suche die Akte noch weiter nach Privatpersonen in allen Stadtteilen, die etwa Fotovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Brauchwasseranlagen haben und bereit wären, diese bei Hausbesuchen anderen Menschen aus dem Stadtteil vorzustellen. „Unsere Hoffnung ist, dass sich dadurch auch nachbarschaftliche Netzwerke bilden, in denen sich die Menschen über ihre Erfahrungen austauschen können“, sagt Wolf. Der Idealfall sei natürlich, dass ein Nachbar dem anderen gleich bei der Montage helfen könne. „Aber auch wenn man sich Tipps geben kann, welche gezielten Fragen man dem Handwerker stellen sollte, hilft das schon“, sagt Wolf.
Info-Abende sollen praktische Tipps geben
Abgeschlossen werden soll der Tag im jeweiligen Stadtteil mit Vorträgen und Gesprächsrunden zu bestimmten Schwerpunktthemen. Hier soll es laut Akte um praktische Themen gehen, wie Energiespartipps oder plastikfrei zu leben, aber auch um Online-Tools wie das Solarkataster. Zumindest an einigen Tagen sind außerdem parallele Abendveranstaltungen geplant, die dann in Hahn stattfinden sollen. Dabei soll eher der gesellschaftliche Überbau beim Blick auf den Klimawandel im Mittelpunkt stehen: Etwa, wie Klimaschutz und globale Gerechtigkeit zusammenhängen, aber auch welche Auswirkung die Energiewende auf die Sicherung des Friedens haben kann. Zudem seien Live-Videoschalten zu Teilnehmern der „großen“ Klimakonferenz geplant, sagt Theis. Hier liefen Gespräche und man habe bereits positive Rückmeldungen bekommen.
Das genaue Programm für die Taunussteiner Klimakonferenz soll nun in den kommenden Wochen final ausgearbeitet werden. Zudem hoffen die Organisatoren, dass steigende Corona-Infektionszahlen im Herbst dem Ganzen keinen Strich durch die Rechnung machen. „Wir haben die Hoffnung, dass wir in den Ortsteilen vieles im Freien machen können und bei Hausbesichtigungen in kleinen Gruppen und mit Maske unterwegs sind“, sagt Theis. Und bei den Vorträgen am Abend sei ohnehin geplant, dass diese auch gestreamt werden. „Wir planen so, dass es irgendwie geht, auch wenn es eben nur online geht.“
Bericht im Wies­ba­de­ner Kurier am 22.07.2022

Stets aktua­li­sier­te Infor­ma­tio­nen hier: cop27taunusstein.de

1. Juli 2022
von Hans-Werner Greß
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Blo­cka­de der Wind­kraft­nut­zung in Tau­nus­stein beenden

Die Mehr­heit der Tau­nus­stei­ner Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung hat mit den Stim­men von CDU, FDP und FWG am 05.05.2022 einen Antrag der Grü­nen zu mehr Kli­ma­schutz und zur Nut­zung der Wind­ener­gie auf den Tau­nus­stei­ner Flä­chen abge­lehnt. Die­se Ent­schei­dung wird weder den poli­ti­schen noch den recht­li­chen Anfor­de­run­gen gerecht.

Die Nar­ra­ti­ve gegen die Wind­ener­gie füh­ren in die Irre

Ohne Wind­kraft geht es nicht

Fast täg­lich errei­chen uns neue Hiobs­bot­schaf­ten von den Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels:
extre­me Wet­ter­ereig­nis­se wie Über­schwem­mun­gen und Dür­ren neh­men welt­weit zu, gan­ze Land­stri­che wer­den unbe­wohn­bar, Glet­scher und Eis­kap­pen schmel­zen, der Mee­res­spie­gel steigt und gefähr­det vie­le Küs­ten­re­gio­nen, die Ver­saue­rung des Mee­res zer­stört Koral­len­rif­fe und gan­ze Öko­sys­te­me, Hun­ger und Armut neh­men zu und füh­ren zu nie dage­we­se­nen Migra­ti­ons­be­we­gun­gen. Zudem ist der Kli­ma­wan­del inzwi­schen nicht mehr nur“ eine Bedro­hung in fer­ner Zukunft oder ent­le­ge­nen Erd­tei­len, laut dem Hes­si­schen Lan­des­amt für Natur­schutz, Umwelt und Geo­lo­gie ist er längst da und auch schon in Hes­sen zu spü­ren: Wet­ter­ex­tre­me wie Hit­ze­wel­len oder Stark­nie­der­schlä­ge wer­den objek­tiv häu­fi­ger und hef­ti­ger. Ein deut­lich sicht­ba­res Zei­chen sind die abster­ben­den Fich­ten­be­stän­de. In die­ser Situa­ti­on macht uns auch noch der schreck­li­che Krieg in der Ukrai­ne deut­lich, wie gefähr­lich unse­re Abhän­gig­keit von den fos­si­len Ener­gie­trä­gern, spe­zi­ell von rus­si­schem Erd­gas und rus­si­schem Öl ist. Der Umstieg auf erneu­er­ba­re Ener­gien ist daher eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be von extrem hoher Prio­ri­tät und zeit­li­cher Dring­lich­keit. Die Wind­ener­gie spielt hier­bei eine zen­tra­le Rol­le, weil sie sich gut mit der Pho­to­vol­ta­ik ergänzt und im ganz­jäh­ri­gen Mit­tel etwa 16 Stun­den am Tag Strom ins Netz einspeist. 

Windenergie-Vorranggebiete Taunusstein
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22. April 2022
von Dr. Jens Garleff
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Gedan­ken zum Tscher­no­byl-Jah­res­tag 2022

Dosenwerfen auf AKWs

Der Krieg in der Ukrai­ne, aus­ge­löst durch den rus­si­schen Über­fall, legt für mich fol­gen­de Gedan­ken nahe: 

1) Atom­kraft ist nicht sicher. Schon zu Frie­dens­zei­ten gibt es ein untrag­bar gro­ßes Risi­ko, dass durch dum­me Zufäl­le” ein AKW explo­diert, durch­schmilzt, o.ä.

Im Krieg steigt die­ses Risi­ko dra­ma­tisch an; wie leicht kann eine fehl­ge­lei­te­te Rake­te oder ein miss­glück­ter Schuss einer Gra­na­te das AKW ver­se­hent­lich beschä­di­gen, auch wenn wie bis­lang in der Ukrai­ne bei­den Sei­ten offen­bar ein Inter­es­se dar­an haben, die Sicher­heit der Atom­an­la­gen zu gewähr­leis­ten.
Den­noch besteht ein ernst­zu­neh­men­des Risi­ko, dass die Spi­ra­le aus Dro­hun­gen aus dem Ruder läuft, und ein­zel­ne Akteu­re, Sol­da­ten, Par­ti­sa­nen oder über­for­der­tes Reak­tor­per­so­nal Feh­ler mit kata­stro­pha­len Fol­gen machen. Bekannt­lich zer­stört der Angrei­fer bewusst die Infra­struk­tur des Fein­des, um des­sen Nach­schub und auch des­sen Repa­ra­tur von Kriegs­ge­rät und die Rüs­tungs­pro­duk­ti­on zu unter­bin­den. Dabei kann es leicht gesche­hen, dass unver­hofft auch Reak­to­ren vom Strom­netz oder von der Ver­sor­gung mit Kühl­was­ser abge­schnit­ten werden. 

Selbst wenn es noch gelingt, einen beschä­dig­ten oder sei­ner Infra­struk­tur beraub­ten Reak­tor kon­trol­liert her­un­ter­zu­fah­ren, muss der Reak­tor­kern und das Abkling­be­cken mit gebrauch­ten Brenn­ele­men­ten für vie­le Wochen unun­ter­bro­chen aktiv gekühlt wer­den, sonst droht auch im abge­schal­te­ten AKW eine Kern­schmel­ze, die nach weni­gen Stun­den bis Tagen unkon­trol­lier­bar wird. Wie real die­ses Sze­na­rio ist, muss­te die Welt 2011 in Fuku­shi­ma zur Kennt­nis neh­men. Erd­be­ben und Tsu­na­mi hat­ten die Reak­to­ren selbst weit­ge­hend unbe­scha­det über­stan­den, die sofort her­un­ter­ge­fah­ren wur­den. Nur war die Strom­ver­sor­gung und damit die Küh­lung lan­ge genug unter­bro­chen, sodass die unver­meid­li­che Nach­zer­falls­wär­me in den Brenn­ele­men­ten zur Kata­stro­phe führ­te. Wir müs­sen also hof­fen und beten, dass die ukrai­ni­schen AKW (Chmel­nyz­kyjRiw­neSapo­rischsch­jaSüd-Ukrai­ne) bei Krieg­be­ginn abge­schal­tet wur­den. Auch wenn die Nach­zer­falls­wär­me noch vie­le Mona­te prin­zi­pi­ell stark genug ist, um den Reak­tor zu zer­stö­ren, ver­grö­ßert sich das Zeit­fens­ter, in dem die Küh­lung wie­der her­ge­stellt und die Kern­schmel­ze ver­hin­dert wer­den kann. Direkt nach dem Erlö­schen der Ket­ten­re­ak­ti­on schmilzt ein unge­kühl­ter Reak­tor nach knapp 2 Stun­den. Einen Monat nach dem Abschal­ten hat man rund 2 Tage lang die Chan­ce, die Küh­lung wie­der her­zu­stel­len, bevor eine unbe­herrsch­ba­re Kern­schmel­ze ein­tritt. Ein paar Tage klingt nach viel Zeit. Mit den Zer­stö­run­gen nach den rus­si­schen Angrif­fen vor Augen scheint es zumin­dest frag­lich, ob die Ver­sor­gung mit Strom und Kühl­was­ser schnell genug gesi­chert wer­den kann. 

Lei­der steht zu befürch­ten, dass Krieg auf wei­te­re Län­der über­greift. Daher müss­ten auch die AKW in den ande­ren euro­päi­schen Län­dern, Tsche­chi­en, Slo­wa­kei, Deutsch­land und Schwe­den sofort abge­schal­tet werden. 

Ganz unab­hän­gig von den bei­spiel­lo­sen Sicher­heits­ri­si­ken der AKWs stel­len sie eine sehr teu­re Mög­lich­keit dar, uns mit Ener­gie zu ver­sor­gen. Um in Hin­kley Point ein neu­es AKW zu pla­nen, muss­te die eng­li­sche Regie­rung eine Ein­spei­se­ver­gü­tung von über 11 Ct/​kWh anbie­ten, die zudem über 30 Jah­re garan­tiert wird. Die bei­den aktu­el­len neu­en AKW-Pro­jek­te in der EU stel­len eben­so ein Trau­er­spiel dar: – Olki­luo­to in Finn­land wur­de 3x mal so teu­er wie ursprüng­lich zum Fix­preis von 3Mrd. Euro ange­bo­ten. Die Bau­zeit ver­län­ger­te sich von den pro­jek­tier­ten 6 Jah­ren auf inzwi­schen 17 Jah­re. Inzwi­schen läuft der Reak­tor, aller­dings nur im Test­be­trieb und soll ab dem Som­mer 2022 regu­lär Strom lie­fern. Wenn nicht wie­der etwas dazwi­schen­kommt … – Fla­man­vil­le in Frank­reich soll­te ursprüng­lich 3,3 Mrd. Euro kos­ten; inzwi­schen geht der zukünf­ti­ge Betrei­ber von Bau­kos­ten in Höhe von 12,7 Mrd. Euro, der fran­zö­si­sche Rech­nungs­hof rech­net sogar mit 19,1 Mrd. Euro Gesamt­kos­ten für das Pro­jekt; der erzeug­te Strom wür­de danach 11 – 12 Ct/​kWh kos­ten. Die Inbe­trieb­nah­me wur­de im Janu­ar 2022 zum wie­der­hol­ten Mal ver­scho­ben, und soll nun im 2. Quar­tal 2023 statt­fin­den. Wer weiß, wann’s wirk­lich so weit ist … Zum Ver­gleich: Aktu­ell wird der teu­re” Foto­vol­ta­ik-Strom in Deutsch­land mit 6,52 Ct/​kWh ver­gü­tet. Für die Dun­kel­flau­te brau­chen wir Strom­spei­cher. Bat­te­rie­spei­cher kos­ten ca. 15 Ct/​kWh, groß­tech­nisch kön­nen Pump­spei­cher­kraft­wer­ke den Strom viel preis­wer­ter spei­chern. Daher scheint es mir mehr als rea­lis­tisch, dass Strom aus Son­ne und Wind­kraft inklu­si­ve der nöti­gen Strom­spei­cher preis­güns­ti­ger zu haben ist, als Strom aus neu zu bau­en­den AKW. Noch ein Ver­gleich: PV Anla­gen und Wind­kraft kann man jeder­zeit völ­lig gefahr­los von einer Sekun­de auf die nächs­te abre­geln und bei Bedarf sofort wie­der ans Netz neh­men. AKWs kön­nen nur stur durch­lau­fen, egal ob oder wie viel Strom gera­de gebraucht wird. Ins­be­son­de­re nach einer Schnell­ab­schal­tung dau­ert es vie­le Tage, bis der Reak­tor sicher” wie­der den nor­ma­len Leis­tungs­be­trieb erreicht. Fle­xi­bel und sicher plan­bar ist in mei­nen Augen anders als jetzt Gas geben, damit ich 2 Wochen vol­le Leis­tung bekom­me, egal ob ich sie dann brau­che oder nicht. 

2) Abhän­gig­keit von Öl- und Gas­lie­fe­run­gen aus Russland.

Ich fin­de es schlicht beschä­mend, dass wir wei­ter­hin unse­ren Ener­gie­hun­ger mit Öl und Gas aus Russ­land stil­len, und damit dem aktu­el­len Schläch­ter Euro­pas die Kriegs­kas­se täg­lich neu fül­len. Die Men­schen in der Ukrai­ne kämp­fen ums nack­te Über­le­ben, auf der Flucht oder im Kampf, und unse­re Soli­da­ri­tät reicht nicht mal so weit, har­te Ein­schnit­te wie ein Tem­po­li­mit oder eine um weni­ge Grad redu­zier­te Raum­hei­zung zu akzep­tie­ren. Lang­fris­tig müs­sen wir unse­re Ener­gie­ver­sor­gung ohne­hin CO₂-neu­tral auf­stel­len, um die Kli­ma­zie­le des Pari­ser Abkom­mens ein­zu­hal­ten. Nun rächen sich die Ver­säum­nis­se der Ver­gan­gen­heit gleich dop­pelt: Die deut­sche Poli­tik setzt seit Jah­ren bei der Ener­gie­ver­sor­gung nur auf bil­lig-bil­lig-bil­lig, und das auch nur bei kurz­sich­ti­ger Betrach­tungs­wei­se, denn die Kos­ten, die in den letz­ten Jah­ren schein­bar ein­ge­spart wur­den, weil die Ener­gie­wen­de als unpo­pu­lär teu­er galt, fal­len uns dop­pelt und drei­fach auf die Füße, wenn nun der Kli­ma­wan­del zuschlägt. Aller­dings ver­die­nen an den fos­si­len Ener­gie­trä­gern ande­re als die jetzt und in Zukunft, die Schä­den durch den Kli­ma­wan­del erlei­den. Die Rezep­te sind bekannt, was getan wer­den muss, um den Kli­ma­kol­laps erträg­lich zu hal­ten:
der Ener­gie­ver­brauch muss sin­ken durch Suf­fi­zi­enz, d.h. Ener­gie soll nur noch ein­ge­setzt wer­den, wo es wirk­lich nötig ist. Es ist para­dox, mit dem Auto in die Fir­ma zu fah­ren, dann den Auf­zug ins Büro zu neh­men – und um fit zu blei­ben, nach Fei­er­abend auf dem Heim­trai­ner zu trai­nie­ren.
Pro­duk­te müs­sen lang­le­big sein, um Ener­gie­ver­brauch bei der Erzeu­gung und Umwelt­be­las­tung bei der Ent­sor­gung zu minimieren. 

Der nächs­te Punkt ist Effi­zi­enz, d.h. die Dienst­leis­tun­gen für den Ener­gie­ein­satz wirk­lich nötig ist (z.B. Brot backen, Beleuch­tung, etc), sol­len ener­ge­tisch opti­miert wer­den, dass mit mini­mal mög­li­chem Ener­gie­ver­brauch die erfor­der­li­che Dienst­leis­tung erbracht wer­den kann. Kon­kret heißt das klei­ne spar­sa­me Elek­tro­fahr­zeug für die letz­te Mei­le, Bus und Bahn für die lan­gen Stre­cken, LED statt Glüh­bir­ne, gut gedämm­te Pas­siv­häu­ser, in denen die Abwär­me der Bewoh­ne­rIn­nen und der Gerä­te prak­tisch als Hei­zung aus­reicht, etc. 

Auf die­se Wei­se soll­te es mög­lich sein, mit 25 % des aktu­el­len Ver­brauchs an Ener­gie unser Leben in nahe­zu gewohn­ter Wei­se zu bestrei­ten. Die­ses ver­blei­ben­de Vier­tel an Ener­gie kann dann leicht durch erneu­er­ba­re Ener­gie­quel­len gedeckt wer­den: Son­nen­en­er­gie sorgt für Wär­me und Strom, Wind- und Was­ser­kraft erzeu­gen Strom, Bio­mas­se ist leicht zu spei­chern und deckt die Spit­zen­last. Zusätz­lich wird Strom in Bat­te­rien und Pump­spei­cher­kraft­wer­ken für die berühm­te Dun­kel­flau­te gespeichert. 

Natür­lich kos­tet die Ener­gie­wen­de viel Geld. Aller­dings ist es eine Lüge, dass ein wei­ter so” mit Koh­le und Atom auf lan­ge Sicht kos­ten­güns­ti­ger wäre. Zudem blei­ben die unkal­ku­lier­ba­ren Risi­ken der nuklea­ren Ver­seu­chung und der Kli­ma­ka­ta­stro­phe; um es kurz zu sagen: Die Ener­gie­wen­de wird Geld kos­ten. Der Ver­zicht auf die Ener­gie­wen­de wird noch teu­rer: Wei­ter so” kos­tet uns das Leben. 

5. April 2022
von Hans-Werner Greß
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Wind­ener­gie in Tau­nus­stein jetzt auf den Weg bringen!

Der schreck­li­che Krieg in der Ukrai­ne macht uns allen deut­lich, wie pro­ble­ma­tisch unse­re Abhän­gig­keit von den fos­si­len Ener­gie­trä­gern ist. Deutsch­land muss schnellst­mög­lich alle Maß­nah­men ergrei­fen, um unab­hän­gig von rus­si­schem Öl und Erd­gas sowie von Koh­le zu wer­den. Dies gelingt am bes­ten durch effi­zi­en­te Ener­gie­nut­zung und durch den ver­stärk­ten Ein­satz erneu­er­ba­rer Ener­gien. Die Wind­ener­gie spielt hier­bei eine zen­tra­le Rol­le, weil sie sich gut mit der Pho­to­vol­ta­ik ergänzt und zu allen Jah­res­zei­ten zur Ver­fü­gung steht. Wind­ener­gie ist Frie­dens- und Über­le­bens­en­er­gie. Sie ist sowohl eine Ver­si­che­rung gegen gefähr­li­che poli­ti­sche Abhän­gig­kei­ten als auch gegen die dro­hen­den Gefah­ren des Klimawandels.

In Tau­nus­stein gibt es drei im Regio­nal­plan Süd­hes­sen aus­ge­wie­se­ne Vor­rang­flä­chen für Wind­ener­gie. Zwei davon befin­den sich auf dem Tau­nus­kamm, ein drit­ter Stand­ort liegt nörd­lich von Wings­bach und ist Teil einer grö­ße­ren Vor­rang­flä­che, vor­wie­gend auf dem Gebiet der Gemein­de Hohen­stein. Besit­zer der in Tau­nus­stein infra­ge kom­men­den Flä­chen sind die Stadt Tau­nus­stein und das Land Hessen.

Es gibt kei­nen Grund, die­se Flä­chen nicht schnellst­mög­lich für die Wind­ener­gie zu nut­zen. Durch die Pacht­ein­nah­men stün­den der Stadt Tau­nus­stein zusätz­li­che Mit­tel für wich­ti­ge kom­mu­na­le Auf­ga­ben zur Verfügung.

Ange­sichts des­sen for­dern wir die Stadt Tau­nus­stein auf, sich mit Hes­sen-Forst und der Gemein­de Hohen­stein abzu­stim­men und die Pla­nun­gen für die­se Wind­parks umge­hend aufzunehmen.

Orts­grup­pe Taunusstein
AKTE Logo

26. August 2020
von Hans-Werner Greß
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Wind­kraft auf dem Tau­nus­kamm – wo denn sonst?

Kom­men­tar zur auf­ge­reg­ten Dis­kus­si­on über die Wind­kraft in Wies­ba­den
anläss­lich des Urteils des Ver­wal­tungs­ge­richts Wies­ba­den vom 24.07.2020

silhouette of windmills under orange sunset
Pho­to by Pixabay on Pexels.com

Laut aktu­el­len Umfra­gen ran­giert in der deut­schen Bevöl­ke­rung der Kli­ma­schutz auf Platz 1 der wich­tigs­ten gesell­schaft­li­chen Auf­ga­ben. Eine über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit (89 %) befür­wor­tet eine stär­ke­re Nut­zung der erneu­er­ba­ren Ener­gien. Die Hal­tung in der Bevöl­ke­rung zuguns­ten von mehr Kli­ma­schutz und erneu­er­ba­ren Ener­gien ist also sehr posi­tiv. Doch eine klei­ne, sehr laut­star­ke Min­der­heit macht regel­mä­ßig Stim­mung gegen die­sen gesell­schaft­li­chen Kon­sens und atta­ckiert die Ener­gie­wen­de, ins­be­son­de­re den Bau von Windkraftanlagen.

Um gehört zu wer­den, ver­wen­den Wind­kraft­geg­ner ger­ne die bekann­ten Metho­den der Agi­ta­ti­on: Falsch­dar­stel­lung, Über­trei­bung, Dra­ma­ti­sie­rung. Mit Wor­ten las­sen sich Emo­tio­nen und Bil­der erzeu­gen, die mit den Tat­sa­chen nicht viel zu tun haben müs­sen. Wenn der Begriff Kra­nich-Schred­der­an­la­ge“ ver­wen­det wird, muss man über das Für und Wider nicht lan­ge nachdenken.

Ange­sichts sol­cher Infor­ma­tio­nen“ ver­fes­tigt sich bei Bür­gern schnell die Ein­schät­zung: Ja wenn das so ist, dann bin ich auch gegen Wind­ener­gie“ – und damit lie­gen sie intui­tiv rich­tig, denn wenn die Behaup­tun­gen der Wind­kraft­geg­ner stim­men wür­den, dann wäre der Bau die­ser Anla­gen tat­säch­lich nicht zu ver­ant­wor­ten. Der Haken ist nur: die meis­ten Behaup­tun­gen stim­men ent­we­der nicht oder nur in sehr klei­nen Tei­len, und das was stimmt, ent­puppt sich bei nähe­rer Betrach­tung als unspek­ta­ku­lär und unproblematisch.

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12. August 2020
von AKTE
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e‑Carsharing Sta­ti­on eröffnet

pre­mo­bil von der pro regio­na­le eG star­tet in Rans­bach-Baum­bach mit dem Ange­bot Nach­bar­schafts­au­to”

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Bericht des SWR
Elek­tro­au­tos für die Nach­bar­schaft
08.08.2020SWR Aktu­ell Rheinland-Pfalz

Die offi­zi­el­le Eröff­nungs­fei­er für das e‑Carsharing von pre­mo­bil an der Wohn­an­la­ge im Stadt­gar­ten” in Rans­bach-Baum­bach fand am Sams­tag, dem 8. August 2020 statt.

Bür­ger­meis­ter Micha­el Merz, Tho­mas Pen­sel, Umwelt­mi­nis­te­ri­um Rhein­land-Pfalz, Lei­ter der Abtei­lung Ener­gie und Strah­len­schutz, Tors­ten Klein, Spre­cher Bünd­nis 90/​Die Grü­nen Kreis­ver­band Wes­ter­wald, Pfar­rer Wolf­gang Weik, Evan­ge­li­sche Kir­che Hes­sen Nas­sau und Ste­fan Scholz, Vor­stand pro regio­na­le ener­gie eG spra­chen zur Eröffnung.

Alle Bewoh­ner der Wohn­an­la­ge und der Nach­bar­schaft kön­nen sich über den Beginn einer neu­en nach­bar­schaft­li­chen Mobi­li­täts-Gemein­schaft freu­en. Die Teil­nah­me an dem nach­bar­schaft­li­chen e‑Carsharing ersetzt für vie­le den Zweit­wa­gen oder das Auto, was sie nur gele­gent­lich nutz­ten. Das ist viel prak­ti­scher und ein­fa­cher, in der Nach­bar­schaft ein Fahr­zeug ste­hen zu haben, wel­ches man in einer Gemein­schaft teilt und kos­ten­güns­ti­ger als das eige­ne Auto und man muss sich um fast nichts küm­mern – nur fah­ren. Außer­dem ist es schön auf die­se Wei­se die Umwelt zu scho­nen, CO2-frei mit Öko­strom zu fah­ren und weni­ger Autos auf der Stra­ße ste­hen zu haben. Die Nach­barn bil­den eine neue Art einer Nut­zer­ge­mein­schaft und über­neh­men damit Ver­ant­wor­tung für ihre Mobi­li­tät, mit dem guten Gefühl gemein­sam Teil einer posi­ti­ven Ver­än­de­rung zu sein.

Die Genos­sen­schaft pro regio­na­le ener­gie eG über­nimmt die Orga­ni­sa­ti­on und den Betrieb und küm­mert sich um den Kauf der Fahr­zeu­ge, die Errich­tung der Lade­sta­ti­on am Stand­ort, die Nut­zer­ver­wal­tung und die monat­li­chen Abrech­nun­gen, die Fahr­zeug­war­tung und stellt für die Nut­zer eine mobi­le Buchungs­app und eine Ser­vice-Hot­line zur Verfügung.

Mehr Infos: e‑Carsharing von pre­mo­bil und hier im aktu­el­len Fly­er zum Modell Nach­bar­schafts­au­to – Fah­ren in Gemeinschaft”:

pre­mo­bil-Inf­o­Fly­er-Nach­bar­schafts­au­to-Web

3. Juli 2020
von AKTE
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For­schungs­er­geb­nis­se der Rhein­Main Hoch­schu­le zu den Mitfahrbänken

Vor einem Jahr (2019) star­te­te die Rhein­Main Hoch­schu­le ihre For­schungs­ar­bei­ten zum The­ma Mit­fahr­bän­ke. Es wur­den alle Pro­jek­te in Deutsch­land und den Be-Ne-Lux-Staa­ten betrach­tet. Da in Tau­nus­stein mit das best­aus­ge­bau­te Netz von Mit­fahr­bän­ken besteht, wur­de hier, exem­pla­risch genau­er unter­sucht. Mit einem Fra­gen­ka­ta­log für Unter­stüt­zer der Mit­fahr­bank, Nut­zer, und die Bevöl­ke­rung eine Daten­grund­la­ge für die spä­te­ren Aus­wer­tun­gen geschaf­fen. Die­se Aus­ar­bei­tung liegt nun vor.

Hr. Prof. Dr.-Ing. Vol­ker Blees vom Fach­be­reich Archi­tek­tur und Bau­in­ge­nieur­we­sen /​Fach­grup­pe Mobi­li­täts­ma­nage­ment an der Hoch­schu­le Rhein­Main prä­sen­tier­te die Ergeb­nis­se nun mit Hr. und Hr. Krau­se vom Fach­zen­trum Mobi­li­tät im länd­li­chen Raum bzw. RMV, auf einer gemein­sa­men Ver­an­stal­tung im Alten Saal” des Bür­ger­haus Taunus

Video­auf­zeich­nung der Prä­sen­ta­ti­on der wis­sen­schaft­li­chen Stu­dio mit einem Vor­wort von Peter Lach­muth, 1. Stadt­rat.
Wenn das Video hier nicht ange­zeigt wird fol­gen Sie bit­te die­sem Link
RMH-Stu­die-MFB_­Tau­nus­stein_20-07 – 02

Wei­ter­le­sen →

17. Juni 2020
von AKTE
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Rad­schnell­weg Taunusstein-Wiesbaden

Ver­kehrs­wen­de – Umden­ken für alter­na­ti­ve Mobilität

Es tut sich was in Sachen all­tags­taug­li­che Fahr­rad­ver­bin­dun­gen zwi­schen Tau­nus­stein und Wies­ba­den für Berufspendler

Rad­we­ge­be­schil­de­rung im Wald bei Tau­nus­stein-Hahn für Frei­zeit­rad­ler auf befes­tig­ten aber nicht asphal­tier­ten, nicht all­tags­taug­li­chen Wegen

Ver­tre­ter der Städ­te Wies­ba­den und Tau­nus­stein loten mit Ver­tre­tern der Loka­len Agen­da und des Arbeits­krei­ses Tau­nus­stei­ner Ener­gie­wen­de die Mög­lich­kei­ten eines Rad­we­ges zwi­schen bei­den Stadt aus.

Vie­le Bür­ger wün­schen sich einen schnel­len und siche­ren Fahr­rad­weg zwi­schen Tau­nus­stein und Wies­ba­den. Mit den neu­en För­der­mög­lich­kei­ten zur Ver­bes­se­rung der Nah­mo­bi­li­tät könn­te die­ser Wunsch bald Wirk­lich­keit wer­den, glaubt man beim Arbeits­kreis Tau­nus­stei­ner Ener­gie­wen­de. Um sich vor Ort ein Bild zu machen, haben der Arbeits­kreis Tau­nus­stei­ner Ener­gie­wen­de (Akte) und die Loka­le Agen­da 21 Tau­nus­stein (LA) die bei­den Städ­te Tau­nus­stein und Wies­ba­den zu einem Ter­min im Wald auf dem Tau­nus­kamm ein­ge­la­den. Dabei wur­de über mög­li­che Rou­ten und über Anfor­de­run­gen und Umset­zungs­mög­lich­kei­ten gespro­chen. Alle Betei­lig­ten sei­en sich einig gewe­sen, dass eine schnel­le Fahr­rad-Ver­bin­dung zwi­schen den bei­den Städ­ten wün­schens­wert sei und umge­setzt wer­den soll­te, aller­dings auch vie­le Her­aus­for­de­run­gen genom­men wer­den müssten.

Im ers­ten Schritt soll nun geklärt wer­den, wel­che Behör­den und Insti­tu­tio­nen von Wies­ba­den und Tau­nus­stein, aber auch auf Kreis- und Lan­des­ebe­ne in die Ent­schei­dun­gen ein­be­zo­gen wer­den müs­sen und wel­che Vor­aus­set­zun­gen es für den Erhalt von För­der­gel­dern und Zuschüs­sen für die Erstel­lung einer Mach­bar­keits­stu­die gibt. Es wur­de ein wei­te­res Tref­fen in einem Monat ver­ein­bart, bei dem der Fort­gang infor­miert und das wei­te­re Vor­ge­hen bespro­chen wer­den soll.

Wies­ba­de­ner Kurier vom 10.06.2020

Update:
Das zwei­te Tref­fen fand bereits statt. 

Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen sie­he auch:

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21. April 2020
von AKTE
2 Kommentare

Online-Mahn­wa­che Gedenk­tag Tscher­no­byl Reaktorkatastrophe

Wenn hier kein Inhalt und kein Bild ange­zeigt wird, dann bit­te die­sem Link fol­gen zum Live­stream Video

Wie­der ist Jah­res­tag zum Geden­ken an die Opfer der #Reak­tor­ka­ta­stro­phe von #Tscher­no­byl 1986 und die noch immer nicht gebann­ten Gefah­ren. Nur dies­mal ist alles anders wegen Covid-19. #Wir­b­lei­ben­zu­hau­se und ver­an­stal­ten eine Online Mahn­wa­che. Ledig­lich 2 Leu­te wer­den stell­ver­tre­tend im Live­stream auf der Mahn­wa­che am Dr.-Peter-Nikolausplatz ste­hen. Wir laden Euch ein, Euren indi­vi­du­el­len Bei­trag dazu als Foto oder Video in unse­rer Face­book­grup­pe bei­zu­steu­ern:
- Fah­nen raus­hän­gen,
- Pla­ka­te und Trans­pa­ren­te ins Fens­ter hän­gen,
- ein Foto davon machen
- Kom­men­ta­re und Stel­lung­nah­men schrei­ben und zusen­den
- der Krea­ti­vi­tät und Fan­ta­sie sind kei­ne Gren­zen gesetzt. 

Hier noch ein paar Gedan­ken zu die­sem Tag von unse­rem Alt-Anti-AKW-Akti­vis­ten Jens: 

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