Taunussteiner Energiewende

AKTE - ArbeitsKreis Taunussteiner Energiewende

Unwür­di­ge Wahl­pro­pa­gan­da im Rhein­gau-Tau­nus-Monats­an­zei­ger“ des CDU-MdB Klaus-Peter Willsch

Rheingau-Taunus-Monatsanzeiger

Sie­he auch die Ver­un­glimp­fung des erklär­ten Fein­des Die Grü­nen” auf Sei­te 3 und 4 (2+3)

Erwi­de­rung auf einen unsäg­li­chen Arti­kel in der Haus­pos­til­le des Herrn Klaus-Peter Willsch:
CDU: Kei­ne Wind­rä­der auf dem Taunuskamm“

Wer ver­ein­nahmt hier eigent­lich wen?

Wie ver­zwei­felt muss man bei der CDU schon sein, wenn man sich der per­ma­nen­ten Unter­stüt­zung eines Ver­eins bedient, der Mit­glied in der EPAW ist, die sich ganz offen dem Kampf gegen alle For­men der erneu­er­ba­ren Ener­gien auf euro­päi­scher Ebe­ne ver­schrie­ben und sehr enge Kon­tak­te zur fran­zö­si­schen Atom­in­dus­trie hat ( sie­he hier). Dass man sei­tens der CDU auch noch auf die­ses dem­ago­gi­sche* You­tube Video von Ret­tet den Tau­nus­kamm“ hin­weist, ist an Pein­lich­keit kaum noch zu überbieten.

Man kon­ter­ka­riert die eige­nen Beschlüs­se, den rechts­kräf­ti­gen Lan­des­ent­wick­lungs­plan, den die CDU maß­geb­lich mit vor­an­ge­trie­ben hat.

In der Regio­nal­ver­samm­lung beim Regie­rungs­prä­si­di­um in Darm­stadt wur­de mit Zustim­mung der CDU und FDP beschlos­sen, Lan­des­flä­che für WKA aus­zu­wei­sen. Dazu muss man natür­lich eine grö­ße­re Flä­che erst ein­mal in die Unter­su­chun­gen ein­be­zie­hen. Hier redet die CDU von „ bis zu 14,9% der Flä­che des Land­krei­ses“, was erst ein­mal rich­tig ist, um tat­säch­lich 2% zu erreichen.

Die deut­sche Spra­che in den Hän­den von Spezialisten.

Im Nach­satz wird die Aus­sa­ge total unscharf und falsch, wenn die Rede davon ist, dass „ allei­ne im Rhein­gau-Tau­nus­kreis (RTK) nach Vor­stel­lun­gen des Regio­nal­ver­ban­des ( der Regio­nal­ver­band ist für Frank­furt und Umge­bung zustän­dig, nicht für den RTK) 14,9% der Kreis­flä­che durch den Aus­bau von Wind­rä­dern betrof­fen sein sol­len“. Da wird von den Spe­zia­lis­ten für die deut­sche Spra­che sug­ge­riert , dass 14,9% der Flä­che im RTK mit WKA´s zuge­pflas­tert wer­den soll. Man rückt jetzt aller­dings von den mehr als 1200 Wind­rä­der im RTK ab, weil das wohl zu abstrus war und spricht ledig­lich noch von meh­re­ren hun­dert WKA im RTK, die man aber auch nicht will. Ande­ren Par­tei­en wirft man in einem sol­chen Fall ger­ne auch mal laut­stark Rechts­bruch vor. Und was ist das?

Ist der Strom­preis in der Ver­gan­gen­heit ste­tig gesunken?

Man will die Bür­ge­rIn­nen nicht mit höhe­ren Ener­gie­kos­ten belas­ten. Wo waren die Kämp­fer für nied­ri­ge Strom­ta­ri­fe für die nor­ma­len Haus­hal­te vor 30 oder 20 Jah­ren. Da lagen die pro­zen­tua­len Kos­ten für Strom, gemes­sen am gesam­ten Ener­gie­ver­brauch eines 4‑Personenhaushaltes nied­ri­ger als heu­te. Die Kos­ten für Strom sind aber trotz allem kon­ti­nu­ier­lich gestie­gen, auch ohne EEG-Umla­ge. Da lag man mit den gro­ßen 4 Ener­gier­zeu­gungs- und Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men noch kusche­lig im Bett und hat nichts gegen den Preis­an­stieg unter­nom­men. Die Gewin­ne von RWE und Co. über­schlu­gen sich in der Zeit durch ihr markt­be­herr­schen­des Oli­go­pol. Erst durch die EU gibt es heu­te so etwas wie einen frei­en Markt. Man setzt hier offen­sicht­lich auf das Kurz­zeit­ge­dächt­nis der Wäh­ler. http://taunussteiner-energiewende.de/gesamtenergiekosten-sind-explodiert-stromkostenanteil-daran-hingegen-gesunken

Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie schafft für Gemein­den neue finan­zi­el­le Spielräume.

Beim Aus­bau der rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie ist der schnells­te Weg aller­dings der klügs­te, wie das Bei­spiel von Kas­tellaun- Mas­ters­hau­sen zeigt. Auf ihrer Gemar­kung ste­hen 14 Wind­kraft­an­la­gen und eine gro­ße Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge. Die­se Gemein­de von 1100 Ein­woh­nern ist schul­den­frei, hat eine her­vor­ra­gen­de Infra­struk­tur und ist in naher Zukunft ener­gie­mä­ßig durch ein Nah-Fern­wär­me-Netz, finan­ziert durch die Ein­nah­men aus den rege­ne­ra­ti­ven Ener­gien, nahe­zu aut­ark. Die Gemein­de bekommt von den Betrei­bern pro Jahr ca. 450.000,-€ an Pacht und Gewer­be­steu­er. http://www.mastershausen.de

Die Situa­ti­on in Tau­nus­stein – Rea­li­tät und Wunschdenken.

Hier in Tau­nus­stein wer­den dage­gen Kür­zun­gen von 75,-€ pro Bür­ge­rIn und Jahr durch Herrn Zeh­ner ange­kün­digt, also Kür­zun­gen von 2,1 Mio € /​Jahr zum Schul­den­ab­bau. Die Neu­ver­schul­dung in 2013 ist mit ca. 5Mio € ange­setzt, ver­blei­ben als Neu­ver­schul­dung in 2013 ca. 3Mio die zu den 75 Mio € hin­zu­kom­men, also am Ende hat die Stadt 78Mio Gesamt­schul­den und das pas­siert Jahr für Jahr. Was hat das mit Schul­den­ab­bau zu tun?
Wenn ein ech­ter Schul­den­ab­bau statt­fin­den soll, geht das an die Sub­stanz der Stadt. vor allen Din­gen an die Sub­stanz der Infra­struk­tur, der Ver­ei­ne, des Per­so­nals der Stadt und letzt­lich der BürgerInnen.
Oder man gene­riert Ein­nah­men, die nicht nur von viel­leicht höhe­ren Steu­er­ein­nah­men durch mehr Bür­ge­rIn­nen und zukünf­tig neu anzu­sie­deln­den Gewer­be her­rüh­ren, son­dern durch Wind­kraft­an­la­gen, die, wenn man sel­ber der Betrei­ber und nicht der Ver­päch­ter ist, wesent­lich über dem o.g. Betrag von Mas­ters­hau­sen lie­gen dürf­ten. Das käme dann allen Bür­ge­rIn­nen der Stadt Tau­nus­stein zugu­te. Aber die­ser Zug scheint ja nach dem Deba­kel bei den Abstim­mun­gen zur Wind­ener­gie in der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung und dem Kuschel­kurs mit „ Ret­tet den Tau­nus­kamm“ im April die­sen Jah­res abge­fah­ren zu sein. Und die­se inhalts­lee­ren Ankün­di­gun­gen, von Bür­ger­meis­ter­kan­di­dat Zeh­ner, Tau­nus­stein ener­gie­ef­fi­zi­en­ter zu machen, ener­gie­aut­ar­kes Gewer­be anzu­sie­deln, in Koope­ra­ti­on mit dem Kreis und umlie­gen­den Gemein­den Wind­kraft­an­la­gen zu betrei­ben, kann man doch nur noch als ver­zwei­fel­ten Ver­such wer­ten, das The­ma Ener­gie­wen­de irgend­wie doch noch zu besetzen.

Kommt wie­der die Wen­de von der Wende?

Da kann man nur noch nach der Wahl auf eine wei­te­re 180° Wen­de der CDU in Tau­nus­stein und im Kreis hof­fen, die aber jetzt aus­ge­spro­chen begrü­ßens­wert wäre. Aber das hat­ten wir ja schon im Bund mit Mer­kel und der Atom­ener­gie und hier kann man jetzt gespannt sein. In den letz­ten Jah­re war die CDU für die Wind­ener­gie, im Wahl­kampf plötz­lich im Rhein­gau und Unter­tau­nus dage­gen und nach der Wahl?
Und das wird den Wäh­lern von der CDU dann auch noch als ver­läss­li­che Poli­tik verkauft.
Hier soll schein­bar getes­tet wer­den, wie viel Oppor­tu­nis­mus die Wäh­ler hinnehmen.

Na, dann wählt mal alle schön !

*„Dem­ago­gie betreibt, wer bei güns­ti­ger Gele­gen­heit öffent­lich für ein poli­ti­sches Ziel wirbt, indem er der Mas­se schmei­chelt, an ihre Gefüh­le, Instink­te und Vor­ur­tei­le appel­liert, fer­ner sich der Het­ze und Lüge schul­dig macht, Wah­res über­trie­ben oder grob ver­ein­facht dar­stellt, die Sache, die er durch­set­zen will, für die Sache aller Gut­ge­sinn­ten aus­gibt, und die Art und Wei­se, wie er sie durch­setzt oder durch­zu­set­zen vor­schlägt, als die ein­zig mög­li­che hinstellt.“
Mar­tin Mor­lock 1977

Klaus-Peter Willsch sorg­te schon frü­her mit sei­nem Blatt für Skan­da­le, sie­he hier